Die beiden schwedischen Provinzen Östergötland und Västergötland sind zwar unmittelbar benachbart, jedoch haben sie keine direkte Grenze auf dem Lande, denn die Grenze zwischen den zwei Provinzen verläuft quer durch den zweitgrößten See des Landes, den Vättern. An seinen Ufern liegen einige Städte wie Karsborg, Askersund, Jönköping und Motala. Motalea ist eine etwa 30 000 Seelen zählende Stadt und Hauptort der Gemeinde gleichen Namens. Die Stadt liegt direkt am Abfluss des Vättern, der später im Schärengürtel Östergötlands in die Ostsee mündet.
Als man im Jahre 2000 im Zuge von Gleisbaumaßnahmen für die schwedische Eisenbahn archäologische Ausgrabungen vornahm, hoffte man, auf Funde aus der Zeit des schwedischen Königs Gustav Wasa zu stoßen. Zur allgemeinen Überraschung aller Fachleute fand man jedoch eine Pfeilspitze aus Feuerstein, die etwa 8000 Jahre alt war. Daraufhin wurde natürlich weiter gegraben und es entstand innerhalb kurzer Zeit eine Sammlung von über 200 000 archäologisch wertvollen Fundstücken. Diese stammen fast alle aus dem Mittelalter oder der Steinzeit.
In den 20 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde in Motala ein Langwellensender in Betrieb genommen. Die Sendeantenne existiert noch heute. Da Motala ziemlich genau auf halbem Wege zwischen den zwei wichtigsten Städten Schwedens, Göteborg und Stockholm, liegt, konnten beide mit diesem Sender von hier aus gleichzeitig erreicht werden. Von Stockholm aus wurden die Radioprogramme über eine Telefonleitung nach Motala transferiert und von hier aus flächendeckend gesendet. Der Sender ist gegenwärtig ein technisches Museum.
Der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaute Gota-Kanal brachte eine schwunghafte ökonomische Entwicklung Motalas mit sich. Die Stadt entwickelte sich zu einem regional bedeutsamen Handelsplatz. Hier entstand eine in der ganzen Welt bekannte Werft, die Motala Verkstad. Jules Verne ließ die Natilus für seinen Roman “20 000 Meilen unter dem Meer” fiktiv von der Motala Werkstad bauen. Auch Produktionsstädten für Dampfmaschinen entstanden hier. Der bereits erwähnte Langwellensender veranlasste die Firma Luxor, sich in Motala niederzulassen und hier Radios und Fernsehgeräte zu produzieren. Später wurde die Firma vom Nokia-Konzern übernommen.