Archiv für die Kategorie ‘Reiseberichte’

Motala

Freitag, 24. Juni 2011

Die beiden schwedischen Provinzen Östergötland und Västergötland sind zwar unmittelbar benachbart, jedoch haben sie keine direkte Grenze auf dem Lande, denn die Grenze zwischen den zwei Provinzen verläuft quer durch den zweitgrößten See des Landes, den Vättern. An seinen Ufern liegen einige Städte wie Karsborg, Askersund, Jönköping und Motala. Motalea ist eine etwa 30 000 Seelen zählende Stadt und Hauptort der Gemeinde gleichen Namens. Die Stadt liegt direkt am Abfluss des Vättern, der später im Schärengürtel Östergötlands in die Ostsee mündet.

Als man im Jahre 2000 im Zuge von Gleisbaumaßnahmen für die schwedische Eisenbahn archäologische Ausgrabungen vornahm, hoffte man, auf Funde aus der Zeit des schwedischen Königs Gustav Wasa zu stoßen. Zur allgemeinen Überraschung aller Fachleute fand man jedoch eine Pfeilspitze aus Feuerstein, die etwa 8000 Jahre alt war. Daraufhin wurde natürlich weiter gegraben und es entstand innerhalb kurzer Zeit eine Sammlung von über 200 000 archäologisch wertvollen Fundstücken. Diese stammen fast alle aus dem Mittelalter oder der Steinzeit.

In den 20 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde in Motala ein Langwellensender in Betrieb genommen. Die Sendeantenne existiert noch heute. Da Motala ziemlich genau auf halbem Wege zwischen den zwei wichtigsten Städten Schwedens, Göteborg und Stockholm, liegt, konnten beide mit diesem Sender von hier aus gleichzeitig erreicht werden. Von Stockholm aus wurden die Radioprogramme über eine Telefonleitung nach Motala transferiert und von hier aus flächendeckend gesendet. Der Sender ist gegenwärtig ein technisches Museum.

Der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaute Gota-Kanal brachte eine schwunghafte ökonomische Entwicklung Motalas mit sich. Die Stadt entwickelte sich zu einem regional bedeutsamen Handelsplatz. Hier entstand eine in der ganzen Welt bekannte Werft, die Motala Verkstad. Jules Verne ließ die Natilus für seinen Roman “20 000 Meilen unter dem Meer” fiktiv von der Motala Werkstad bauen. Auch Produktionsstädten für Dampfmaschinen entstanden hier. Der bereits erwähnte Langwellensender veranlasste die Firma Luxor, sich in Motala niederzulassen und hier Radios und Fernsehgeräte zu produzieren. Später wurde die Firma vom Nokia-Konzern übernommen.

Linköping

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Größte Stadt in der Region ist Linköping – mit etwas mehr als 97.000 Einwohnern ist es zugleich die siebtgrößte Stadt Schwedens. Durch die Stadt fließt der Fluss Stångån, der nördlich der Stadt in den See Roxen mündet. Bis in die schwedische Hauptstadt Stockholm sind es von hier rund 200 Kilometer, die sich über die Europastraße E4 jedoch gut bewältigen lassen. Als Universitätsstadt hat Linköping große Bedeutung, sehr prägend für das Stadtbild war jedoch über lange Jahre ein Militärübungsplatz im Süden der Stadt, das die jeweils benachbarten Stadtteile von einander trennte. Nun soll hier ein ausgedehntes Naturschutzgebiet entstehen, dass den vor allem den großen Eichenbestand auf dem Areal bewahren soll.
Größter Arbeitgeber der Stadt ist die Flugzeugsparte des Saab-Konzerns, der sogar zwei Flughäfen betreibt.

Wahrzeichen und markantestes Gebäude in Linköping ist der Dom, dessen erste Teile im 12. Jahrhundert entstanden sein dürfte. Insgesamt spielt die Kirche in Linköping seit je her eine große Roll. Schon vor dem Dombau gab hier ein Kloster, bald kam ein Schloss hinzu. Der Dom ist heute Hauptkirche des Bistums Linköping der Schwedischen Kirche. Er ist sehr gut erhalten und verfügt auch im Innern über eine reiche Ausstattung. Im benachbarten Dommuseum gibt alte Kunstschätze zu bewundern. Jeden Tag ab 9 Uhr können Dom und Dommuseum besichtigt werden.

Danach lohnt ein Bummel durch die schöne Innenstadt. Bei Sonnenschein locken die zahlreichen Straßencafés, bei schlechtem Wetter lässt sich die Zeit in den Geschäften und Boutiquen verbringen.
Schöne Plätze gibt es auch entlang des Stångån. Sein Ufer und die Umgebung laden ein zu gemütlichen Spaziergängen oder zum Sporttreiben.